LOCALBON • WISSEN & IMPULSE
Kaufkraft lokal allein reicht nicht:
Warum die Kaufentscheidung heute digital beginnt.
Warum digitale Sichtbarkeit und Kaufentscheidung darüber entscheiden, ob lokale Kaufkraft tatsächlich vor Ort wirkt.
Stadtgutscheine, regionale Sachbezugskarten und Kundenbindungsprogramme verfolgen ein klares Ziel: Kaufkraft soll möglichst dort bleiben, wo sie für die lokale Wirtschaft Wirkung entfalten kann. Doch das allein reicht nicht.
Vom E-Commerce zum Social Commerce
Die ersten Online-Shops der 1990er-Jahre waren im Grunde die digitale Verlängerung eines klassischen Geschäfts. Produkte wurden präsentiert, bestellt und anschließend geliefert. Das Internet war zunächst vor allem ein zusätzlicher Vertriebskanal.
Heute sieht die Situation grundlegend anders aus. Verbraucher suchen bei Google nach einem Produkt, entdecken Angebote über soziale Netzwerke, lesen Bewertungen, vergleichen Preise und lassen sich von Freunden, Communities oder anderen Nutzern inspirieren.
Damit hat sich der Onlinehandel von einem reinen Vertriebskanal zu einem wichtigen Bestandteil der Kaufentscheidung entwickelt.
Die entscheidende Veränderung lautet nicht:
„Früher wurde im Geschäft gekauft, heute online.“
Die Kaufentscheidung fällt häufig schon, bevor der Kunde überhaupt ein Geschäft betritt.
Online oder offline? Diese Trennung funktioniert immer weniger.
Ein Kunde kann sich online über ein Produkt informieren und es anschließend beim Händler vor Ort kaufen. Er kann ein Produkt im Geschäft entdecken und später online bestellen. Oder er sieht einen Beitrag auf Social Media, liest anschließend Bewertungen und entscheidet sich danach für einen lokalen Anbieter.
Die Grenzen verschwimmen. Für den lokalen Handel reicht es deshalb nicht mehr aus, ausschließlich in einer guten Lage präsent zu sein.
Neben dem realen Schaufenster gibt es längst ein zweites:
das digitale Schaufenster.
Ein Stadtgutschein schafft Kaufkraft – aber noch keine Nachfrage
Ein Stadtgutschein kann dafür sorgen, dass ein bestimmtes Guthaben nur bei teilnehmenden Unternehmen einer Stadt oder Region eingelöst werden kann. Damit wird Kaufkraft lokal gebunden.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jeder teilnehmende Händler gleichermaßen davon profitiert. Der Gutscheininhaber entscheidet weiterhin selbst, wo er essen geht, einkauft oder eine Dienstleistung in Anspruch nimmt.
Ein Gutschein schafft Kaufkraftpotenzial.
Er erzeugt nicht automatisch Nachfrage für ein bestimmtes Unternehmen.
Auch regionaler Sachbezug ist kein Social Commerce
Ähnlich verhält es sich mit Sachbezügen für Arbeitnehmer. Werden diese über eine regional begrenzte Lösung bereitgestellt, kann daraus ein zusätzliches Instrument zur regionalen Kaufkraftbindung entstehen.
Der Sachbezug entscheidet jedoch nicht, bei welchem Unternehmen der Mitarbeiter einkauft. Er definiert lediglich den wirtschaftlichen Rahmen, innerhalb dessen das Guthaben verwendet werden kann.
Kaufkraft binden und Kaufentscheidungen gewinnen
1. Kaufkraft lokal binden
- Digitale Stadt- und Regionalgutscheine
- Regionale Sachbezugslösungen
- Kundenkarten und Loyalty-Programme
- Bonus- und Cashback-Systeme
2. Kaufentscheidungen lokal gewinnen
- Digitale Sichtbarkeit
- Suchmaschinen-Präsenz
- Bewertungen und Empfehlungen
- Social Media
- Attraktive Angebote und Service
Erst wenn beide Seiten funktionieren, kann aus gebundener Kaufkraft tatsächlich lokale Wertschöpfung entstehen.
Die digitale Innenstadt braucht mehr als einen digitalen Gutschein
Einen Papiergutschein durch einen digitalen Gutschein zu ersetzen, ist Digitalisierung. Aber es ist noch keine umfassende Digitalstrategie für eine Innenstadt.
Die eigentliche Aufgabe ist größer: Lokale Unternehmen müssen in einer zunehmend digitalen Kaufentscheidung relevant bleiben und gleichzeitig muss Kaufkraft regional aktiviert werden.
Wie gelingt es, lokale Unternehmen digital relevant zu
halten und gleichzeitig Kaufkraft regional zu aktivieren?
Welche Rolle spielt LocalBon?
LocalBon verspricht nicht, mit einem Gutschein- oder Kartensystem sämtliche Herausforderungen einer Innenstadt zu lösen.
Mit digitalen Gutscheinsystemen, regionalen Sachbezugslösungen und Kundenbindungsinstrumenten können jedoch bestimmte Geldströme gezielt aktiviert und lokal beziehungsweise regional gebunden werden.
Das schafft die wirtschaftliche Grundlage, auf der lokaler Handel, Gastronomie und Dienstleistungen zusätzliche Umsätze erzielen können.
Die zweite Aufgabe bleibt bestehen:
Aus vorhandener Kaufkraft muss eine konkrete lokale
Kaufentscheidung werden.
Die entscheidende Frage lautet nicht „online oder lokal?“
Wie wird lokaler Handel in einer digitalen Welt relevant?
Kaufkraft kann man lokal verfügbar machen. Die Kaufentscheidung muss man trotzdem gewinnen.
LOCALBON
Kaufkraft. Lokal. Wirksam.
Entdecken Sie digitale Gutscheinsysteme, regionale Sahbezugslösungen und Kundenbindungsinstrumente für Ihre Stadt, Region oder Werbegemeinschaft.
FAQ – Häufige Fragen
Was bedeutet lokale Kaufkraftbindung?
Lokale Kaufkraftbindung bedeutet, dass ein möglichst großer Teil des verfügbaren Geldes innerhalb einer Stadt oder Region ausgegeben wird. instrumente wie Stadtgutscheine, regionale Sachbezugskarten oder Kundenbindungsprogramme können dazu beitragen, Kaufkraft gezielt für lokale oder regionale Ausgaben verfügbar zu machen.
Was ist der Unterschied zwischen E-Commerce und Social Commerce?
Beim klassischen E-Commerce steht der Kauf über einen Online-Shop im Mittelpunkt. Social Commerce geht weiter: Kaufentscheidungen werden durch soziale Netzwerke, Empfehlungen, Bewertungen, Communities und digitale Inhalte beeinflusst. Die Grenzen zwischen Information, Empfehlung und Kauf verschwimmen zunehmend.
Was haben Stadtgutscheine und Sachbezüge mit Social Commerce zu tun?
Zunächst einmal wenig. Ein Stadtgutschein oder regionaler Sachbezug ist kein Social Commerce. Diese Instrumente können beeinflussen, wo Guthaben eingesetzt werden kann. Social Commerce beeinflusst dagegen, welche Produkte, Händler oder Dienstleistungen Menschen entdecken und für welche sie sich entscheiden. Für die lokale Wirtschaft sind deshalb beide Ebenen wichtig: Kaufkraft verfügbar machen und Kaufentscheidungen gewinnen.
Reicht ein digitaler Stadtgutschein aus, um den lokalen Handel zu stärken?
Nein. Ein digitaler Stadtgutschein kann Kaufkraft lokal verfügbar machen, erzeugt aber nicht automatisch Nachfrage bei einem bestimmten Unternehmen. Händler müssen weiterhin sichtbar, attraktiv und relevant sein. Dazu gehören heute neben Sortiment, Beratung und Service auch digitale Auffindbarkeit, Bewertungen und eine zeitgemäße Online-Präsenz.
Welche Rolle spielen Arbeitgeber bei der regionalen Kaufkraft?
Arbeitgeber können über freiwillige Mitarbeiterleistungen zusätzliche Kaufkraft aktivieren. Werden beispielsweise Sachbezüge über eine regional einsetzbare Lösung bereitgestellt, kann das Guthaben innerhalb eines definierten Gebietes genutzt werden. Welches Unternehmen letztlich davon profitiert, entscheidet jedoch der Mitarbeiter durch seine individuelle Kaufentscheidung.
Wie können Städte und Werbegemeinschaften lokale Kaufkraft besser nutzen?
Entscheidend ist das Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen. Stadt- und Regionalgutscheine können Kaufkraft verfügbar machen, Sachbezugslösungen Arbeitgeber einbeziehen und Loyalty-Systeme Wiederkäufe fördern. Gleichzeitig müssen lokale Unternehmen digital sichtbar und für Kunden attraktiv sein. Kaufkraftbindung und die Gewinnung der Kaufentscheidung sind deshalb zwei unterschiedliche Aufgaben, die gemeinsam gedacht werden sollten.
John Großpietsch ist CEO von LocalBon und schreibt regelmäßig über moderne Gutscheinsysteme, Arbeitgebergutscheine und Sachbezugsmodelle im Unternehmenskontext. Sein Fokus liegt auf den technologischen Entwicklungen hinter Stadt- und Geschenkgutscheinen, Kundenkarten und digitalen Benefit-Lösungen. Mit besonderem Interesse analysiert er die Auswirkungen solcher Systeme auf den stationären Einzelhandel und beleuchtet Trends rund um die digitale Transformation von Innenstädten. Seine Beiträge richten sich an Entscheider in Stadtmarketing, Handel und HR – mit dem Ziel, praxisnahe Einblicke zu geben und digitale Entwicklungen verständlich einzuordnen.
