Was macht ein digitales Stadtgutschein-System wirklich erfolgreich?
Die Fragen, die Sie vor der Entscheidung stellen sollten
Auf einen Blick
Sie vergleichen Anbieter für ein digitales Stadtgutschein-System. Die Websites sehen professionell aus, die Referenzlisten sind lang, und jeder verspricht das Gleiche: einfache Einlösung, schnelles Händler-Onboarding, maximale Reichweite.
Aber welche Zahlen stehen wirklich dahinter?
Als Vorstand einer Werbegemeinschaft oder Stadtmarketing-Organisation treffen Sie eine Entscheidung, die Ihre Stadt auf Jahre prägt. Dieser Beitrag gibt Ihnen keine Empfehlung – er gibt Ihnen die richtigen Fragen. Denn die Antworten darauf sagen mehr als jede Präsentation.
Warum Referenznamen allein nichts sagen
Ein Anbieter listet 30 Städte auf seiner Website. Eine andere Großstadt ist dabei. Das klingt überzeugend.
Aber: Wurde das System in dieser Großstadt wirklich flächendeckend eingeführt? Wie viele Händler nehmen tatsächlich teil? Wie aktiv wird das System genutzt – heute, nicht zum Zeitpunkt der Pressemitteilung?
Referenzen sind Momentaufnahmen. Entscheidend ist, was daraus geworden ist.
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Die Fragen, die Sie stellen sollten
Zur tatsächlichen Nutzung
Wie viele aktive Nutzer hat das System in vergleichbaren Städten – nicht Downloads, sondern monatlich aktive Nutzer?
Downloads sind eine Marketingzahl. Eine App kann heruntergeladen und nie wieder geöffnet werden. Relevant ist, wie viele Menschen das System in einem normalen Monat tatsächlich nutzen – also Gutscheine einlösen, Guthaben prüfen oder neue Gutscheine kaufen.
Fragen Sie konkret: Wie hoch ist die monatliche Aktivrate in einer Referenzstadt mit vergleichbarer Einwohnerzahl?
Wie viele Transaktionen werden pro Monat über das System abgewickelt?
Transaktionsvolumen ist die ehrlichste Kennzahl. Sie zeigt, ob das System im Alltag der Menschen angekommen ist – oder ob es ein gut gemeintes Digitalprojekt ist, das kaum genutzt wird.
Ein System mit 5.000 Downloads aber 50 monatlichen Einlösungen ist kein Erfolg – es ist eine Zahl auf einer Folie.
Zum Händlernetzwerk
Wie viele Händler nehmen in vergleichbaren Referenzstädten am System teil – und wie viele davon sind aktiv?
Ein Händler, der einmal ongeboardet wurde und seitdem nie eine Transaktion hatte, zählt technisch als „teilnehmend“. Fragen Sie nach aktiven Akzeptanzstellen: Händler, die im letzten Monat mindestens eine Einlösung verbucht haben.
Schauen Sie sich im Zweifel die öffentlich einsehbare Händlerliste in einer Referenzstadt an – noch vor dem Demo-Termin.
Wer übernimmt das Händler-Onboarding, und wie läuft das konkret ab?
Das Händlernetzwerk entscheidet über den Wert des Gutscheins. Ein Gutschein, der nur bei fünf Geschäften eingelöst werden kann, wird nicht gekauft. Fragen Sie: Hat der Anbieter einen eigenen Onboarding-Prozess? Wie lange dauert es, bis ein neuer Händler eingebunden ist? Wer kümmert sich darum – Sie oder der Anbieter?
Zur App und Technik
Ist die App eine native App oder eine Progressive Web App (PWA)?
Das ist keine rein technische Frage. Native Apps müssen bei Apple und Google eingereicht und genehmigt werden – jedes Update kann Tage dauern oder abgelehnt werden. Eine PWA läuft im Browser, ist sofort aktuell und erfordert keinen App-Download. Für Händler und Endnutzer macht das oft keinen Unterschied – für die Wartung und Weiterentwicklung einen erheblichen.
Wie viele Bewertungen hat die App in vergleichbaren Referenzstädten im App Store?
Das ist eine öffentlich einsehbare Zahl – und sie ist ehrlich. Eine App mit hunderten aktiver Nutzer sammelt Bewertungen, auch wenn es manchmal kritische darunter gibt. Null Bewertungen bei einer App, die seit Monaten live ist, ist ein deutliches Signal.
Schauen Sie selbst nach: App Store und Google Play sind öffentlich zugänglich.
Zur Zukunftssicherheit
Was passiert, wenn Ihre Werbegemeinschaft wächst – zum Beispiel wenn Arbeitgeber das System als steuerfreien Mitarbeiterbenefit nutzen wollen?
Viele Stadtgutschein-Systeme sind als reine Konsumentenlösung gebaut. Sobald Arbeitgeber eingebunden werden sollen – insbesondere solche mit Mitarbeitern, die nicht in der Stadt wohnen – stoßen klassische Stadtgutscheine an rechtliche Grenzen (Gleichbehandlungsgrundsatz, steuerrechtliche Anforderungen an Sachbezüge).
Fragen Sie: Kann das System diese Anforderungen abbilden – heute, nicht „auf der Roadmap“?
Wie transparent ist der Anbieter bei Fragen zu Transaktionsvolumen, Nutzerzahlen und Händleraktivität?
Ein Anbieter, der seine eigenen Erfolge nicht mit Zahlen belegen kann oder will, hat möglicherweise Gründe dafür. Seriöse Partner zeigen Ihnen auf Anfrage aggregierte Kennzahlen aus vergleichbaren Projekten – ohne Vertraulichkeit als Ausrede zu nutzen.
Was wirklich zählt
Ein digitales Stadtgutschein-System ist kein IT-Projekt. Es ist ein lebendiges Netzwerk aus Händlern, Käufern und – wenn es gut läuft – Arbeitgebern in der Stadt. Seine Qualität zeigt sich nicht in der Präsentation, sondern in der täglichen Nutzung.
Die Fragen oben sind keine Checkliste für Pessimisten. Sie sind das Handwerkszeug für eine gute Entscheidung – eine, die Ihrer Stadt langfristig nützt.
Checkliste: Was Sie vor der Entscheidung prüfen sollten
- Aktive Nutzer in Referenzstädten (nicht Downloads)
- Monatliche Transaktionszahl in vergleichbaren Projekten
- Anzahl tatsächlich aktiver Händler (nicht nur registrierter)
- Wer macht das Händler-Onboarding, wie und wie schnell
- App-Bewertungen im Store als öffentlicher Qualitätsindikator
- Zukunftsfähigkeit bei Arbeitgeberbindung und Sachbezug
- Transparenz des Anbieters bei Kennzahlen
Kurz zusammengefasst
Ein gutes Stadtgutschein-System erkennt man nicht an der Länge der Referenzliste – sondern daran, wie oft es wirklich genutzt wird. Die wichtigsten drei Fragen: Wie viele Menschen nutzen das System aktiv pro Monat? Wie viele Händler lösen Gutscheine tatsächlich ein – nicht nur registriert, sondern aktiv? Und wie transparent ist der Anbieter, wenn man konkrete Zahlen anfragt? Wer diese Fragen stellt, trifft die bessere Entscheidung für seine Stadt.
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John Großpietsch ist CEO von LocalBon und schreibt regelmäßig über moderne Gutscheinsysteme, Arbeitgebergutscheine und Sachbezugsmodelle im Unternehmenskontext. Sein Fokus liegt auf den technologischen Entwicklungen hinter Stadt- und Geschenkgutscheinen, Kundenkarten und digitalen Benefit-Lösungen. Mit besonderem Interesse analysiert er die Auswirkungen solcher Systeme auf den stationären Einzelhandel und beleuchtet Trends rund um die digitale Transformation von Innenstädten. Seine Beiträge richten sich an Entscheider in Stadtmarketing, Handel und HR – mit dem Ziel, praxisnahe Einblicke zu geben und digitale Entwicklungen verständlich einzuordnen.
