Case Study „Zell am Harmersbach“
Kundenbindung, die in der Stadt bleibt
Das Dankeschön-Kärtle in Zell am Harmersbach
Wie können lokale Händler ihre Kunden stärker an den Standort binden und gleichzeitig dafür sorgen, dass gewährte Vorteile wieder dem örtlichen Handel zugutekommen?
Der Handels- und Gewerbeverein Zell am Harmersbach setzt dafür auf ein gemeinsames Kundenkartenmodell: das Dankeschön-Kärtle. Es ergänzt das bereits bestehende LocalBon-System um einen weiteren Baustein zur lokalen Kundenbindung.
Die Ausgangssituation
Der stationäre Handel steht auch in Zell am Harmersbach unter Druck. Onlinehandel, Einkaufszentren und Fachmärkte außerhalb der Stadt sowie die Nähe zum Oberzentrum Offenburg sorgen dafür, dass Kaufkraft abfließt.
Gleichzeitig achten Verbraucher stärker auf Preisvorteile und darauf, welchen konkreten Mehrwert ihnen ein Einkauf bietet.
Für den Handels- und Gewerbeverein war deshalb klar: Kundenbindung sollte nicht nur Sache einzelner Händler sein. Ein gemeinsames System kann einen zusätzlichen Anreiz schaffen, immer wieder bei den teilnehmenden Geschäften vor Ort einzukaufen.
Die Lösung: ein gemeinsames Cashback-System
Mit dem Dankeschön-Kärtle wurde ein digitales Multipartner-Kundenkartenprogramm eingeführt.
Kunden erhalten bei teilnehmenden Unternehmen einen individuellen Rabatt in Form von Cashback. Dieser wird nicht sofort vom Einkauf abgezogen, sondern auf dem Dankeschön-Kärtle gutgeschrieben.
Das Besondere daran: Das gesammelte Guthaben kann anschließend wieder bei den teilnehmenden Unternehmen eingesetzt werden.
So entsteht ein geschlossener regionaler Kreislauf:
Lokal einkaufen → Cashback sammeln → wieder lokal einlösen.
Der Vorteil kommt damit nicht nur dem einzelnen Händler zugute. Jeder teilnehmende Betrieb trägt dazu bei, Kunden an das gesamte lokale Netzwerk zu binden.
Ein System, mehrere Möglichkeiten
Das Dankeschön-Kärtle ist kein separates Inselsystem.
Bereits zuvor hatte der Handels- und Gewerbeverein mit LocalBon das Zeller Gutscheinkärtle sowie das Harmersbachtal Jobkärtle für Arbeitgeber umgesetzt.
Mit dem Dankeschön-Kärtle kam die Kundenbindung als weiterer Baustein hinzu.
Geschenkgutscheine, Arbeitgebergutscheine und Kundenkarten können damit über dieselbe technische Plattform verwaltet werden. Auch für die teilnehmenden Betriebe bleibt das Handling einheitlich.
Das macht es möglich, ein bestehendes Stadtgutscheinsystem Schritt für Schritt zu einer umfassenderen Plattform für lokale Kaufkraftbindung weiterzuentwickeln.
Der Mehrwert für Zell am Harmersbach
Das Dankeschön-Kärtle verbindet den persönlichen Vorteil für den Kunden mit einem gemeinsamen Ziel des lokalen Handels.
Kunden profitieren, weil sie bei ihren Einkäufen Cashback sammeln und dieses später wieder einsetzen können.
Händler profitieren, weil aus einem einmaligen Einkauf ein konkreter Anreiz für den nächsten Besuch entsteht.
Der Standort profitiert, weil die gewährten Vorteile nicht irgendwo eingelöst werden, sondern innerhalb des angeschlossenen Händlernetzwerks bleiben.
So wird aus einer klassischen Kundenkarte ein gemeinsames Instrument zur Kunden- und Kaufkraftbindung vor Ort.
Aus dem klassischen papiergebundenen Geschenkgutschein wurde so eine Plattform, die Kundenbindung, Geschenkgutscheine und Arbeitgebergutscheine miteinander verbindet.
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Kundenbindung als nächster Schritt
Das Beispiel Zell am Harmersbach zeigt, dass ein Stadtgutscheinsystem nicht beim Gutschein enden muss.
Mit LocalBon Loyalty lässt sich ein bestehendes System um Kundenbindung erweitern, ohne dafür eine zweite Plattform mit eigener Administration und einem eigenen Verfahren bei den Akzeptanzstellen aufzubauen.
Das Dankeschön-Kärtle macht daraus ein einfaches Prinzip:
Wer lokal einkauft, wird dafür belohnt – und hat einen guten Grund, wiederzukommen.
Vom Kundenbonus zum Vereins-Bonus
In Zell am Harmersbach soll das Dankeschön-Kärtle nun einen weiteren Entwicklungsschritt machen.
Gemeinsam mit dem Handels- und Gewerbeverein wird derzeit daran gearbeitet, auch die örtlichen Vereine in das Kundenbindungsmodell einzubeziehen. Die Idee: Kunden sollen ihre beim Einkauf gesammelten Vorteile künftig nicht nur selbst nutzen, sondern damit auch einen Verein unterstützen können.
Damit bekommt der lokale Einkauf eine zusätzliche Dimension. Der Vorteil bleibt nicht nur innerhalb des Händlernetzwerks, sondern kann zugleich das Vereinsleben vor Ort unterstützen.
Für Händler und Handels- und Gewerbeverein eröffnet sich damit ein zusätzlicher Kommunikationsweg. Vereine verfügen über eigene Mitglieder, Unterstützer und Kommunikationskanäle und können ihre Gemeinschaft dazu motivieren, gezielt bei teilnehmenden lokalen Unternehmen einzukaufen.
So verbindet das geplante Modell drei Akteure miteinander:
Lokale Händler stärken die Vereine. Vereine aktivieren ihre Mitglieder. Kunden unterstützen mit ihrem Einkauf den lokalen Handel und ihre Gemeinschaft.
Das Dankeschön-Kärtle entwickelt sich damit von einer klassischen Kundenkarte zu einem Instrument, das Kundenbindung, lokale Kaufkraft und gesellschaftliches Engagement miteinander verbinden kann.
Ein System, das mit den Ideen vor Ort wächst
Die Entwicklung in Zell zeigt zugleich einen grundsätzlichen Vorteil des LocalBon-Ansatzes.
Begonnen hat die Zusammenarbeit mit der Digitalisierung des Zeller Gutscheinkärtles. Mit dem Harmersbachtal Jobkärtle kam der Arbeitgebergutschein hinzu. Das Dankeschön-Kärtle ergänzte das System um die Kundenbindung. Mit dem geplanten Vereins-Bonus soll nun ein weiterer Anwendungsbereich entstehen.
Dafür muss nicht für jede neue Idee ein eigenes System aufgebaut werden. Die bestehenden Strukturen können weiterentwickelt und für neue lokale Konzepte genutzt werden.
Aus einem Stadtgutscheinsystem wird so Schritt für Schritt eine Plattform für lokale Kunden- und Kaufkraftbindung.
