Tipp des Monats

Urlaubszeit und alle wollen in die Ferien. Viele Arbeitnehmer freuen sich aufs Urlaubsgeld. Doch nicht selten kommt davon nach Steuern nur die Hälfte wirklich an. Ein Ausweg: Die Erholungsbeihilfe ist eine von vielen Gestaltungen, mit der Lohnnebenkosten reduziert werden können.

Die Erholungsbeihilfe unterliegt bei bestimmten Voraussetzungen einem festen pauschalen Steuersatz von 25 Prozent und es fallen keine Sozialabgaben an. So profitieren Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Übernimmt der Arbeitgeber die pauschale Lohnsteuer kommt die Erholungsbeihilfe „brutto für netto” beim Mitarbeiter an.

Die Beihilfen dürfen insgesamt im Kalenderjahr 156 Euro für den Arbeitnehmer, 104 Euro für den Ehegatten bzw. den eingetragenen Lebenspartner und 52 Euro pro Kind nicht übersteigen. So kann einem verheirateter Arbeitnehmer mit zwei Kindern jährlich eine steuerbegünstigte Erholungsbeihilfe in Höhe von insgesamt 364 Euro gewährt werden. Nur der Arbeitgeber muss die Erholungsbeihilfe mit 25% zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer pauschal besteuern. Zu beachten ist, dass es sich bei diesen Erholungsbeihilfen um Freigrenzen handelt. D.h., werden diese überschritten entfällt die Pauschalierung insgesamt. Die Zahlung von nicht begünstigtem Urlaubsgeld wird nicht auf die Freigrenze angerechnet.

Hinweis:
Unter gewissen Voraussetzungen (Vereinbarung vor Erdienen des umgewandelten Anspruchs) sind auch Gehaltsumwandlungen hierfür möglich.

Eine Voraussetzung für die Steuerbegünstigung der Erholungsbeihilfe ist, dass die sie im zeitlichen Zusammenhang mit einer Erholungsmaßnahme (Urlaub) gewährt wird. Dabei kann der Urlaub auch zu Hause verbracht werden. Der zeitliche Zusammenhang gilt als gewahrt, wenn die Beihilfe innerhalb von 3 Monaten vor oder nach Antritt des Urlaubs ausbezahlt wird. Statt Einzelnachweisen dafür, dass die Erholungsbeihilfe für Erholungszwecke ausgegeben wurde sind nicht notwendig, da die Finanzverwaltung an einer Vereinfachungsregelung festhält.

Praxistipp:
Durch Lohnoptimierung über die Erholungsbeihilfe können bis zu 250 Euro Lohnnebenkosten eingespart werden, wenn einem verheirateten Arbeitnehmer mit zwei Kindern statt Urlaubsgeld die begünstigte Erholungsbeihilfe in Höhe von 364 Euro gewährt wird. Beim Arbeitnehmer wird dabei in beiden Fällen der gleiche Nettobetrag ankommen – und allein darauf kommt es an.

Übrigens:
Mit einer Erholungsbeihilfe kann auch ein Minijob-Entgelt aufgestockt werden! Die pauschalbesteuerte Erholungsbeihilfe darf auch an Arbeitnehmer bezahlt werden, die im Rahmen eines Mini-Jobs beschäftigt sind. Eine Anrechnung auf die 450€-Grenze findet in diesem Fall nicht statt. So kann beispielsweise eine Minijoberin mit zwei Kindern in einem Monat 814€ erhalten und ist damit immer noch sozialversicherungsfrei beschäftigt.